Eignungsprüfung nach DIN 14090

- Zusammenfassung -

Ziel der Eignungsprüfung

Das Ziel der Prüfung ist die Untersuchung der Eignung des Netlon-Rasens als begrünte Flächenbefestigung von Feuerwehrzufahrten gemäß DIN 14090.

Gegenstand der Eignungsprüfung

Untersucht wurden die Eigenschaften des Netlon-Rasens hinsichtlich der Tragfähigkeit und der Rutschgefahr.

Gemäß DIN 14090 werden folgende Anforderungen gestellt:

Tragfähigkeit:
Feuerwehrzufahrten müssen von Feuerwehrfahrzeugen mit einer Gesamtmasse von 16 t und einer Achslast von 10 t befahrbar sein. Aufstellflächen haben einer Flächenpressung von mindestens 800kN/m² stand zu halten.

Rutschgefahr:
Bei den Zufahrten ist eine Rutschgefahr auszuschließen. Zusätzlich wurde die FLL (2008)-Richtlinie für Planung, Ausführung und Unterhaltung von begrünbaren Flächenbefestigungen herangezogen.

Durchführung der Prüfung

Für die Durchführung der Prüfung wurde die Hochschule Osnabrück beauftragt. Die Eignungsprüfungen wurden am 2. April 2016 von Prof. Martin Thieme-Hack (öffentlich bestellter und beeideter Sachverständiger Garten- und Landschaftsbau) unter Beteiligung von Georg Armbruster (öbv Sachverständiger für Bodenuntersuchungen) in Bad Griesbach durchgeführt.

Ergebnisse der Prüfung hinsichtlich Tragfähigkeit

Befahrversuch
Untersucht wurde die Ebenheit nach DIN 18202 mit einer 4-m Latte und dem langen Mess-Keil unter Normalbedingungen und nach simuliertem Starkregenereignis. Für den Fahrversuch wurden ein LKW mit einer Gesamtmasse von 33,3 t (das entspricht mehr als dem Doppelten der geforderten 16 t) und einer Achslast von 11 t, sowie eine Drehleiter mit 14,2 t verwendet.

  Geforderte DIN Werte Normalbedingungen Nach Regenereignis Ergebnis
LKW 30mm 0 - 13 mm 13 - 32 mm checked
Drehleiter 30mm 0 - 4 mm 0 - 6 mm checked

Die an die Versuchsfläche angrenzende Kiestragschicht wies deutlich höhere Abweichungen von der Ebenheit auf.

Plattendruckversuch
Die Anforderungen nach FLL (2008) von 45MN/m² hinsichtlich der Tragfähigkeit werden nicht erreicht.

Es wird vermutet, dass dies auf die unter der Rasentragschicht liegende Kiestragschicht (bedingt durch die gegebene Versuchsfläche) zurückzuführen ist. Zudem besitzt das Netlon-Gewebe vorteilhafte elastizifierende Eigenschaften, die beim Plattendruckversuch keine nachvollziehbaren Ergebnisse zulassen. Aufgrund der nachfolgenden Ergebnisse bezüglich der Scherfestigkeit und der Härte kann die Tragfähigkeit auch in diesem Punkt trotzdem als ausreichend eingestuft werden.

Ergebnisse der Prüfung hinsichtlich Rutschgefahr

Befahr- und Bremsversuch
Sowohl beim LKW als auch bei der Drehleiter wurde weder unter Normalbedingungen noch nach dem simulierten Starkregenereignis ein unkontrolliertes Rutschen zu keiner Zeit festgestellt werden.

Scherfestigkeit und Torsion
Scherfestigkeit und Torsion geben Anhaltswerte für die Aufnahme von horizontalen Kräften auf Rasenflächen und damit auch für den Rutschwiderstand.

Hinsichtlich der Scherfestigkeit sind die Werte, im Vergleich zu anderen an der Hochschule Osnabrück durchgeführten Versuchen, außergewöhnlich hoch.

Da es keine eindeutigen Vorgaben gibt, wurde für die Torsion die DIN EN 15330-1 für Kunststoffrasen herangezogen. Der darin angeführte Sollwert ist in der Höhe mit 50 Nm limitiert, da eine Begrenzung für die sportliche Nutzung aufgrund der Gelenkschonung sinnvoll ist.

Für Feuerwehrzufahrten sind die erzielten sehr hohen Werte von 58,1 - 88 Nm vorteilhaft.

Härte
Ein durchgeführter Clegg Impact Soil Test ergibt Werte zwischen hart und sehr fest.

Ergebnisse der Prüfung ergänzende Untersuchungen

Verdichtungsgrad
Anhand einer Materialprobe wurde die Proctordichte nach DIN 18127 ermittelt und zeigt einen Verdichtungsgrad zwischen 102,3 % und 99,8 %. Dies entspricht den Anforderungen des Straßenbaus.

Organische Substanz
Durch Ermittlung des Glühverlusts nach DIN 18128 liegen die Anteile zwischen 1,6M.-% und 1,7M.-%. Gemäß der FLL (2008) wird ein Massenanteil an organischer Substanz zwischen 1M.-% und 3M.-% gefordert.